Die älteste Bergschwebebahn der Welt
Am liebsten schauen die Dresdner auf ihre Stadt herab. Daher wurde 1898 bis 1901 in Dresden die erste Bergschwebebahn für den Personentransport errichtet. Sie führt auf 274 Metern Streckenlänge vom Körnerplatz in Dresden Loschwitz auf die Loschwitzer Höhe mit einem Höhenunterschied von 84 Metern zu einer schönen Aussichtsplattform.
Der erste deutsche Bierdeckel
Bier und Tischdecken - bis 1892 Todfeinde, kleckerte doch bis dahin überschäumender Gerstensaft meist ungeschützt auf den Tisch. Dann ließ sich der Dresdner Rudolf Sputh einen "saugfähigen Holzfilz- Bierglasuntersetzer" patentieren. Seitdem erlaubt der Bierdeckel risikofreien Genuß - zumindest, was die Sauberkeit angeht.
Die älteste, noch erhaltene Bühnentechnik Deutschlands
Das 1912-1913 errichtete Schauspielhaus gegenüber dem Zwinger beherbergt die älteste noch erhaltene und voll funktionsfähige Bühnentechnik Deutschlands. Die mehrfach bewegliche noch funktionsfähige hydraulische Bühnenmaschinerie konnte den 2. Weltkrieg unbeschadet überstehen. Beheizt wurde das Schauspielhaus übrigens durch das erste Fernheizwerk Europas, das sich in der Großen Packhofstraße befand.
Der erste Büstenhalter der Welt
In Sachsen, wo die schönen Mädchen auf den Bäumen wachsen - da müssen diese ihre Schönheit in geordnete Bahnen lenken. Am 5. September 1895 meldete Fräulein Christine Hart in Dresden das erste Patent für ein "Leibchen, das die Brust in Form hält" an.
Das modernste Chipwerk der Welt
Im 18. Jahrhundert wurde in Dresden ein Kirschkern mit 185 Gesichtern beschnitzt. Heute geht es noch kleiner. Das Infineon Halbleiterwerk in Dresden - Klotzsche wurde 1996 eingeweiht. Hier werden 64 MB Microchips hergestellt. Nur wenige Kilometer entfernt produziert AMD PC-Prozessoren.
Das zweitgrößte Dixieland-Festival der Welt
Alljährlich im Mai bricht in Dresden das Dixie-Fieber aus. Höhepunkte sind der Dixieland-Umzug durch die Stadt und die Dixieland-Fahrten auf den Raddampfern. Das Festival ist das größte seiner Art in Europa.
Die erste Ferneisenbahnverbindung Deutschlands
1838/39 wurde zwischen dem damaligen Leipziger Bahnhof in Dresden-Neustadt und der Stadt Leipzig die erste Ferneisenbahnverbindung Deutschlands eröffnet. Für die Eröffnungsfahrt am 8. April 1839 wurde gegen den Widerstand der englischen Konkurrenz die erste deutsche Lokomotive "Saxonia" des Dresdner Architekten und Technikers Johann Andreas Schubert eingesetzt.
Die erste deutsche Gartenstadt
Wohnen und arbeiten im Grünen, dazu ein kulturelles Angebot vor Ort - das war das Ideal der Reformbewegungen Anfang des 20. Jahrhunderts. Städtebauliches Ergebnis dessen ist Dresdens Stadtteil Hellerau, erbaut ab 1908 als erste deutsche Gartenstadt.
Eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen der Welt
Die Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau am Zwinger besitzt rund 3000 herausragende Werke europäischer Malerei des 14. bis 18. Jahrhunderts und die beste und größte zielgerichtete Sammlung italienischer Malerei nördlich der Alpen. Berühmte Werke: Sixtinische Madonna (Raffael), Venus (Giorgione / Tizian), Briefelesendes Mädchen (Vermeer van Delft), Selbstbildnis mit Saskia (Rembrandt), Neptun, die Wogen beschwichtigend (Rubens).
Eines der größten erhaltenen Gründerzeitviertel Deutschlands
1945 wurde die barocke Altstadt Dresdens von Bomben zerstört. Weitgehend unbehelligt von Krieg und Abriß blieben die weiten Gründerzeitviertel, die die barocke Altstadt wie ein Gürtel umschließen: Cotta, Löbtau im Westen, Mickten, Pieschen, äußere Neustadt im Norden, Weißer Hirsch, Loschwitz, Blasewitz im Osten und Striesen im Südosten. Ist die Dresdner Neustadt derzeit Deutschlands größtes Sanierungsgebiet, so erstreckt sich von Striesen über Blasewitz bis zum Weißen Hirsch das größte historische Villenviertel Deutschlands - eine mehrere Quadratkilometer große Architekturgeschichte des 19. Jahrhunderts inmitten grüner Parks und Gärten.
Der erste Kaffeefilter der Welt
Die Sachsen sind nicht nur vielleicht Deutschlands berühmteste Kaffeetrinker (man denke an den berühmten "Bliemchengaffe" oder J.S. Bachs "Kaffeekantate"), sondern haben auch die Zubereitung des köstlichen Getränks revolutioniert.
1908 erfindet in Dresden die damals 35jährige Hausfrau Melitta Bentz den Kaffeefilter und läßt ihn sich patentieren. Kurz darauf gründet sie mit ihrer Familie im Stadtteil Wilder Mann eine kleine Fabrik. In der Weltwirtschaftskrise 1929 zieht der Betrieb nach Minden/Westfalen.
Die größte protestantische Kirche des europäischen Kontinents
Sachsen war das erste Land, in dem die Reformation eingeführt wurde. Kein Wunder, daß sich Dresden anstrengte, zum protestantischen Rom zu werden - mit dem entsprechenden kuppelbekrönten Dom. Als die Dresdner Frauenkirche 1743 vollendet wurde, war das sächsische Herrscherhaus längst wieder katholisch geworden. August II. ließ daher nur wenige hundert Meter von der Frauenkirche entfernt die katholische Hofkirche bauen, die heutige Kathedrale. Sie gilt übrigens als die Kirche mit der größten Grundfläche in Sachsen.
Die erste industriell gefertigte Kondensmilch
Dresdner liebten keine saure Milch mit flockigem Rahm in ihrem wertvollen Kaffe. Daher entwickelten die Gebrüder Pfund 1886 die Kondensmilch in der gleichnamigen Molkerei. 1900 wurde die Dauerpasteurisierung eingeführt.
Der schönste Milchladen der Welt
Der Laden der ehemaligen Pfund's Molkerei, 1892 erbaut und ganz mit farbigen Wandfliesen (historistische Neorenaissance - Dekore und Jugendstilfiguren rund um die Milch) dekoriert, ist heute Käseladen. Seitdem er bereits zur Erbauungszeit als "schönster Milchladen der Welt" bezeichnet wurde, hat ihm bisher kein anderes Geschäft diesen Titel streitig machen können.
Die erste Milchschokolade und künstlichen Mineralwasser
Im Jahr 1823 wurde die Schokoladenfabrik Jordan & Timaeus gegründet. Das war der Auftakt für die später weithin bedeutende Dresdner Genussmittelindustrie, die auch die Schweizer Milchschokolade, eine Dresdner Erfindung, hervorbrachte. Fünf Jahre zuvor, 1818, begann Adolf August Struve, Erfinder des künstlichen Mineralwassers, mit dem Aufbau seiner Mineralwasseranstalt in der Dresdner Seevorstadt. Eine Idee ganz Europa Schule machte.
Das erste Mundwasser der Welt
Der Dresdner Industrielle Karl August Lingner entwickelte 1893 mit seinem Mundwasser Odol in der noch heute gebräuchlichen Seitenhalsflasche einen der ersten Markenartikel der Welt. Der frische Dresdner Duft aus dem Mund wurde zum Welterfolg. Aus dem Gewinn kaufte sich Lingner nicht nur das mittlere der Loschwitzer Elbschlösser, sondern baute den Dresdnern auch das Deutsche Hygiene Museum. Begraben liegt er im Mausoleum unterhalb seines Schlosses direkt am Wasser der Elbe.
Das älteste Museum für angewandte Kunst
Das "Grüne Gewölbe", zur Zeit im Dresdner Albertinum, ist die umfangreichste und bedeutendste Sammlung von rund 3000 Kostbarkeiten der Schatzkunst Europas. Jährlich wird es von über 500.000 Besuchern besichtigt. Nach dem Jahr 2000 soll das Grüne Gewölbe wieder an seinen ursprünglichen Standort im bis dahin wiederaufgebauten Residenzschloß zurückkehren.
Das erste europäische Porzellan
1709, in den Gewölben der Festung Dresden, erfindet der Alchimist Johann Friedrich Böttger auf Drängen des Sächsischen Kurfürsten Augusts des Starken das erste europäische weiße Porzellan und gleichzeitig das erste Hartporzellan der Welt. Um im großen Stil und dennoch sicher produzieren zu können, wird die Manufaktur 1710 in die Meißner Burg gelegt - doch die Industriespionage ist schon damals erfolgreich. Ein Jahrzehnt später sprießen europaweit Porzellanmanufakturen aus dem Boden.
Das größte Porzellanbild der Welt
Der "Fürstenzug" mit den Abbildungen der Herrscher des Hauses Wettin aus über 800 Jahren ist 102 Meter lang. Das 957 m2 große Bild auf fast 25.000 Meissener Porzellankacheln wurde 1907 nach dem Entwurf des Dresdner Kunstprofessors Wilhelm Walther geschaffen.
Die größte und bedeutendste Porzellansammlung der Welt
Die Porzellansammlung im Dresdner Zwinger besitzt nicht nur die größte und vollständigste Sammlung historischen Meissener Porzellans, sondern auch eine große Anzahl chinesischer Porzellanwerke. Bereits zur Zeit Augusts des Starken (ab 1694 Kurfürst von Sachsen und 1697 König von Polen) bestand die Sammlung aus ca. 50.000 Einzelstücken. August bereicherte sie u.a. damit, indem er seine 500 besten Soldaten dem Konkurrenzland Preußen überließ - im Tausch gegen über 150 Porzellanvasen.
Die älteste Raddampferflotte der Welt
Die Geschichte der Sächsischen Dampfschiffahrtsgesellschaft geht auf das Jahr 1836 zurück. Heute fahren 8 historische, teils fast 120 Jahre alte Raddampfer und 2 moderne Motorschiffe von Dresden aus auf der Elbe bis Meißen und Decin/ Tschechien. Beim Unterqueren der Brücken ziehen die historischen Raddampfer übrigens ihre Schornsteine ein.
Die bedeutendste Rüstkammer Deutschlands
Die Rüstkammer mit Prunkwaffen aus dem 16. bis 18. Jahrhundert ist in Deutschland einzigartig, was Umfang, typengeschichtliche und künstlerische Geschlossenheit angeht. Etwa 10.000 Jagd,- Turnier-, Repräsentations- und Gebrauchswaffen gehören zur Sammlung.
Die erste Schuhcreme in der Tube
Schönheit mit praktischem Nutzen zu verbinden, ist das Ziel vieler Erfindungen aus Dresden. Und so sollten auch schön glänzende Schuhe ganz einfach gepflegt werden können. Dafür sorgte die Firma Eg-Gü, gegründet 1890 von Egbert Günther. Als weltweit erste Firma füllte Eg-Gü 1919 Schuhcreme in Tuben ab. Das Unternehmen wuchs und zog 1928 auf die Augsburger Straße in Dresden-Johannstadt um, wo noch heute produziert wird. Nach Kriegszerstörungen 1945, Enteignung 1972 und wirtschaftlichem Niedergang 1990, konnte sich Eg-Gü wieder zum Marktführer in den östlichen Bundesländern entwickeln. Aktuelle Neuentwicklung: Schuhputzstifte mit Düften für Sie und Ihn.
Die erste Spiegelreflexkamera
All die Schönheiten Dresdens wollen auch festgehalten werden. Bequem, handlich und von den schon damals zahlreichen Touristen einsetzbar - so wünschte man sich einen Fotoapparat. Entwickelt wurde das Wunschgerät in Dresden, und 1936 konnte die erste einäugige Reflexkamera Kineexakta auf der Leipziger Messe vorgestellt werden. Die Pentacon-Werke überstanden die Wende nicht, im Hauptgebäude sind heute die Technischen Sammlungen unter gebracht. Doch Fotoapparate werden wieder in Dresden produziert: die erste handliche Panoramakamera durch den deutsch-amerikanischen Fabrikanten Nobel.
Die einzige eigenständige Tanzhochschule Deutschlands
Die Palucca Schule Dresden - Hochschule für Tanz wurde 1925 von der Tänzerin Gret Palucca (1902-1993) gegründet und über Jahrzehnte durch sie geprägt. Eine eigenständige Tanzhochschule war seit 1928 erklärtes Ziel der Modernen Tänzer. Palucca versuchte stets diese Anforderungen zu erfüllen, indem die Schüler tanzpraktisch und tanztheoretisch ausgebildet wurden, um verschiedene Tanz-Berufe ergreifen zu können. Die Palucca Schule Dresden erhielt 1993 den Status einer Hochschule. Die jetzt einzige eigenständige Tanzhochschule Deutschlands vereinigt die vier Diplomstudiengänge Bühnentanz, Choreographie, Bühnentanz- und Tanzpädagogik unter einem Dach. Rund 185 Studenten absolvieren derzeit die achtjährige Ausbildung zum Diplombühnentänzer. Kurse mit internationalen Gastdozenten und eine umfangreiche Bühnenpraxis sind Teil des Studiums.
Der erste Teebeutel
Die deutschen Meister im Teetrinken sind bekanntlich die Ostfriesen. Doch, um die bequeme Zubereitung haben sich Dresdner verdient gemacht. Rudolf Anders und Eugen Nissle, übernehmen 1892 die 10 Jahre zuvor in Dresden-Plauen gegründete Firma ,,Teekanne" und verkaufen als erste gemischten, abgepackten Tee. Mit der ,,Teebombe", einem Vorläufer des Teebeutels werden im Ersten Weltkrieg deutsche Soldaten versorgt. 1929 schließlich kommen die ersten Teekanne-Aufgussbeutel auf den Markt.
Der älteste deutsche Weihnachtsmarkt
Bereits 1434 wurde in Dresden der Glaube mit dem Kommerz verbunden. Das erfreuliche Ergebnis: der älteste deutsche Weihnachtsmarkt. Der Striezelmarkt erhielt seinen Namen übrigens von dem damals typischen Gebäck, aus dem sich später der berühmte Dresdner Christstollen entwickelte. Jedes Jahr zum 2. Advent wird der größte Stollen der Welt angeschnitten. Neben dem Stollen werden auf dem Striezelmarkt heute vor allem Kunsthandwerk wie Holzspielzeug aus dem Erzgebirge und Keramik aus der Lausitz sowie Spezialitäten wie die Lebkuchen aus Pulsnitz angeboten.
Die erste Zahnpastatube der Welt
Dresdner hatten immer den Sinn das Praktische mit dem Ästhetischen zu verbinden: weiße Zähne, ohne sich mit Zahnpulver herumärgern zu müssen. In der Löwenapotheke am Dresdner Altmarkt stellte Dr. Ottomar Heinsius von Mayenburg 1907 erstmals Zahncreme maschinell her. Noch heute ist Dresden Standort der Dentalkosmetik.